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Montag, 07. Mai 2007Vieles ist passiert. Seit gestern Abend wohne ich in einem Haus, so mit eigenem Zimmer und einer Tuer, die man hinter sich zumachen kann. Dazu gibt es einen Fernseher und einen Waechter und eine Hausangestellte, die fuer die Sauberkeit von Haus und Waesche zustaendig ist. Eine tolle Sache, auch wenn ich mich nie daran gewoehnen werde, dass jemand anderes mein Bett macht und ich es jeden Abend aufs neue auseinanderfalten muss..
Aber ich freue mich, dass es doch noch geklappt hat. Zu Fotos vom Haus kann ich nur wie immer sagen: sobald ich mal im ICMA die Zeit dazu habe.
Des Weiteren ware ich am Wochenende auf dem groessten Markt von Maputo (Xipamanine oder so), da konnte man so ziemlich alles kaufen. Frei nach dem Motto: "Wir haben alles. Und was wir nicht haben koennen wir besorgen!" Huehner nud Taschen (billig kopiert) und Klamotten (neue Kopien oder gebrauchte Originale von anderen Kontinenten), Tuerschloesser und Nuesse, DVDs und Tuecher. Es war stinkig, dreckig, eng und dunkel. Man wurde immerzu angequatscht und am Durchgehen behindert. Dennoch war es interessant und unterhaltsam. Am Abend ging es dann fein essen (also ne Pizza) und anschliessend ab ins Coconut. Die groesste und einzige Grossraumdiskothek. Ein recht grosses Gelaende, mit Pool und Billard und Tischtennis und Restaurant und Lounge. Eine schoene Sache, da blieben wir dementsprechend auch etwas laenger, damit wir bei unserem Besuch im Waisenhaus der Theresia am naechsten Tag auch moeglichst muede waren.
Hab ich zumindest gut hinbekommen...nach ner halben Stunde Fahrt und noch ein bisl zusaetzlichen Fussmarsch kamen wir an, freudig von Theresia begruesst. Nach einem kurzen Rundgang ueber das Gelaende (ist halt nicht so gross) bekamen wir zwei, drei oder vier Staendchen, aus 30 Maedchenkehlen vorgetragen unterstuetzt von einer sogenannten Mama. Alter der Maedels: 4 bis 13. Nach dem Singen wurde getrommelt, noch mehr gesungen, getanzt, gespielt, gesungen..alles Gruppenspiele, bei denen wir natuerlich mit Begeisterung mitmachten. Zumindest die anderen..Aber es war lustig.
Hoehepunkt war dann kurz vorm Sonnenuntergang die Puppenhochzeit, bei der der Stefan (Praktikant der KAS) erfolgreich einen Pastor mimte (oder war es doch ein Priester.?) und von Jubelgeschrei und Traenen begleitet die beiden abgenutzten Spielteile miteinander fuers Leben band. Eine ergreifende Zeremonie..
Insgesamt also ein langer Tag, denn danach kam ja noch der Umzug. Das Waisenhaus als solches ist eine von wohl vielen Institutionen, durch die jemand versucht Gutes zu tun. Leider bekommt die Enrichtung nicht genuegend Geld, um wirklich schoen zu leben, zu essen gibt es Reis. Dazu Fisch oder Matapa, so ein Spinataehnliches gruenes Schleimzeug, das aber ganz gut schmeckt. Respekt vor Theresia, unter welchen Bedingungen sie lebt. Den Kindern gilt natuerlich der gleiche Respekt, immerhin leben sie dort ja fuer immer, aber sich von deutschen Lebenstandards auf solch ein Niveau herunterzulassen ist schon gewagt. Erkennt man ja auch an den Ausschlaegen und Ausbeulungen, die Theresia mit sich rumtraegt..ganz gesnd ist es halt nicht, das Wasser ist nicht sauber, Vitamine sind Mangelware und von abwechslungsreicher Kost und geschmacksintensiven Erlebnissen kann man nur traeumen. Immerhin haben sie (meistens) Strom.
Nun noch mal zu den knallharten Fakten: Theresia hat ihre Familie und Freunde, Verwandte und Bekannte aufgerufen fuer das Waisenhaus etwas zu spenden, damit sie sich vielleicht ne Ziege und ne Waescheleine, eventuell genuegend Betten und eine Klospuelung leisten koennen. Diesen Aufruf gebe ich hiermit weiter, damit wir den kleinen Kindern helfen, die Theresia zum Nationalhelden ausrufen und wir uns alle etwas besser fuehlen koennen.
Noetig haetten wir es doch alle.
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